Es gibt Locations, die man einmal besucht. Und solche, die zu einem Teil von einem werden.
Das Dolder Grand ist das Zweite. Hoch über der Stadt auf dem Zürichberg gelegen, war es der Schauplatz von über fünfzehn Hochzeiten, die ich fotografieren durfte. Mehr als jede andere Location in meiner Karriere. Und doch – jedes Mal, wenn ich die geschwungene Zufahrt hinauffahre und das Gebäude sich vor der Stadtkulisse öffnet, spüre ich dasselbe wie beim ersten Mal: diese stille Gewissheit, dass gleich etwas Aussergewöhnliches passieren wird.
Es gibt einen Grund, warum Paare aus der ganzen Schweiz und weit darüber hinaus das Dolder Grand für ihren Hochzeitstag wählen. Es ist nicht nur ein Hotel. Es ist ein Statement – darüber, wie sie den wichtigsten Tag ihres Lebens in Erinnerung behalten möchten.
Die grosse Treppe — eines der eindrucksvollsten Interieurs der Schweizer Hochzeitsfotografie
Eine Location, die in jede Richtung funktioniert
Was das Dolder Grand aus fotografischer Sicht so aussergewöhnlich macht, ist seine Tiefe. Die meisten Locations bieten ein oder zwei starke Motive. Das Dolder gibt einem eine ganze Welt – und sie verändert sich vollständig, je nachdem wo man steht und zu welcher Tageszeit.
Draussen rahmt die geschwungene Auffahrt mit ihren akkurat geschnittenen Buchsbaumhecken das Brautpaar vor der ikonischen weissen Fassade mit ihren charakteristischen Türmen. Von der Strasse aus zeigt sich die ganze Pracht des Gebäudes in einer Weise, die nie ihren Reiz verliert. An einem klaren Nachmittag, wenn das Licht warm ist und sich die Stadt Zürich in Richtung See erstreckt, sind das Bilder, die nichts weiter brauchen. Die Location macht die Arbeit.
Drinnen wechselt die Sprache vollständig. Die grosse Treppe mit ihrem kunstvollen Schmiedeeisen-Geländer und dem tiefroten Teppich ist eines der fotografisch überzeugendsten Interieurs, in denen ich je gearbeitet habe. Die Kronleuchter werfen ein warmes Licht, das jedes Portrait zu etwas macht, das sich gleichzeitig zeitlos und kinematografisch anfühlt. Die Bogenfenster in den oberen Etagen – besonders wenn das Licht im richtigen Winkel einfällt – schaffen Rahmen im Rahmen, jene natürliche Komposition, die man anderswo ein Leben lang sucht.
Diese Dualität ist selten. Die Fähigkeit, innerhalb desselben Gebäudes zwischen grosser architektonischer Dramatik und intimen, strukturierten Interieurs zu wechseln – ohne die Geschichte je zu verlassen.
Von der Strasse — die ganze Pracht des Dolder Grand mit Zürich im Hintergrund
Die 200. Hochzeit
Ich wusste im Voraus, dass es ein Meilenstein sein würde. Hochzeit Nummer zweihundert. Und ich wusste schon seit einiger Zeit, dass sie im Dolder Grand stattfinden würde – was sich auf eine Weise richtig anfühlte, die ich damals nicht ganz erklären konnte.
Es gibt etwas an einer Zahl wie dieser, das einen innehalten lässt. Nicht während des Tages – an einem Hochzeitstag gibt es kein Innehalten, nur Präsenz – sondern in den stillen Momenten dazwischen. Ich erinnere mich, wie ich während der Portraits auf der Treppe stand, in der Location, die ich besser kenne als fast jede andere, und das Gewicht all dessen spürte, was zu diesem Moment geführt hatte. Zweihundert Paare. Zweihundert Geschichten. Zweihundert Tage, die alles von mir verlangten.
Das Dolder Grand war Teil so vieler dieser Tage. Es fühlte sich passend an, dass es auch bei diesem dabei war.
Treppe und Kronleuchter — bei jeder Hochzeit im Dolder eine Priorität
Worauf ich im Dolder Grand achte
Nach fünfzehn Hochzeiten an dieser Location sind bestimmte Dinge zu festen Grössen geworden.
Das Abendlicht ist transformativ. Wenn der Himmel sich klärt und die Sonne zu sinken beginnt, nimmt der gesamte Aussenbereich eine Qualität an, die anderswo in Zürich schwer zu finden ist. Das warme Licht auf der weissen Fassade, die langen Schatten auf der Auffahrt, die Stadt in der Ferne in Richtung See – das ist der Moment, in dem ich draussen sein will, mich schnell bewege und Bilder schaffe, die ein Leben lang halten.
Die Treppe hat immer Priorität. Unabhängig vom Stil der Hochzeit, unabhängig vom Paar – sie liefert. Die Proportionen, der Kronleuchter, die Detailliertheit – es ist eines jener seltenen architektonischen Elemente, das alles aufwertet, was man davor platziert.
Und die Strasse unterhalb des Hotels – der Blick zurück auf das Gebäude – ist einer, den ich nie satt werde. Es gibt etwas daran, die ganze Grösse der Location von aussen zu sehen, mit einem Paar im Vordergrund und Zürich dahinter, das genau einfängt, warum Menschen diesen Ort wählen.
Der Garten im Abendlicht — wenn das Dolder seine kinematografischste Seite zeigt
Für Paare, die das Dolder Grand in Betracht ziehen
Wenn ihr eure Hochzeit im Dolder Grand plant und euch fragt, wie die Fotografie dort aussehen wird – wisst, dass ihr eine der fotografisch reichsten Locations der Schweiz gewählt habt.
Kommt mit Zeit. Die Vielfalt der Möglichkeiten bedeutet, dass eine gehetzt durchgeführte Shooting-Session immer etwas zurücklässt. Je mehr Zeit wir haben, um uns durch die Location zu bewegen – von den Suiten während der Vorbereitung, über die Treppe, den Garten, die Strasse draussen, bis zur Terrasse im Abendlicht – desto vollständiger wird die Geschichte sein.
Und vertraut dem Licht. Besonders am späten Nachmittag, wenn der Himmel sich klärt und Zürich unten leuchtet. Wenn es funktioniert, ist es aussergewöhnlich.
Ich freue mich darauf, wiederzukommen.
